anreise designhotel ötztal

Das Hotel Bergland und seine Gründer 
Geschichten, die das Leben schreibt

Wie alles begann... Die Seniorchefs

Am 10. August 1916 wird dem Bäckermeisterehepaar Jakob und Stefanie Falkner in Sölden ein Sohn geboren. Er wird auf den Namen Johann Jakob Falkner – vulgo Buggl’s Hans – getauft.

Als Ältestes von zehn Kindern entwickelt Hans seinen eigenen Kopf und stellt die Nerven seines Vater öfters auf die Probe. Von ihm lernt er aber auch die sparsame Lebensweise, schon in jungen Jahren lässt er seine unkonventionelle und weitsichtige Persönlichkeit aufblitzen.

Fast zehn Jahre später, am 16. April 1926, herrscht in Zwieselstein überschwängliche Freude, als dem Gastwirtehepaar Valentin und Notburga Gstrein vom Gasthof Post ein zartes Mädchen geboren wird. Sie lassen es auf den Namen Margarete taufen. 

Als drittes von vier Kindern wächst Margret behütet in Zwieselstein auf.

Die Gesellenjahre

Als Erstgeborener eines Bäckermeisters soll Hans natürlich auch Bäcker werden, um den elterlichen Betrieb weiterzuführen. Doch Freude bereitet ihm dies nicht so recht. Der Mehlpreis ist gebunden, die Leute kommen nicht auf einen „Ratscher“ vorbei und auch der geliebte Wein fehlt. Eines Tages soll sich der 14-jährige Hans eine zum Verkauf stehende Kuh anschauen und kehrt zum großen Ärger seines Vaters gleich mit fünf gekauften Tieren zurück. Er selbst findet aber Gefallen an seinem Nebenjob als Viehhändler und zeigt großes Talent dafür.

Im Zweiten Weltkrieg kann Hans nach dem Tod seines Vaters von der Front nach Sölden zurückkehren, um mit seiner Mutter Stefanie für die Familie zu sorgen.

Die Pionierphase

Als 1948 der bislang einzige Lift in Sölden Bankrott macht, übernimmt ihn Hans. Um den innerörtlichen Frieden zu wahren, beteiligt er zwei weitere Familien und legte damit den Grundstein für das heutige Bergbahn-Imperium. Die befreundeten Hans Falkner, Hermann Gurschler und Martin Riml, auch als „Die drei Husaren“ bekannt, bewiesen am Beginn des Tiroler Tourismuswunders unternehmerisches Geschick und eine besondere Improvisationsgabe. Da wird z. B. Kohle aus der eigenen Handlung gegen Zement getauscht, um überhaupt einen Lift bauen zu können, der Motor eines ausrangierten Panzers dient als Antriebsmaschine. 1955 gründeten sie die Seilbahnen Sölden-Hochsölden.

Obwohl es Buggl’s Hans lebenslang mit Churchills Devise „No sports“ hält, setzt er seine Vision vom Wintertourismus in Sölden um.

Ebenfalls ins Jahr 1948 fällt die Eröffnung des Café Bergland durch Hans und seinen Bruder Dr. Valentin Falkner. Der kleine Gasthof, der anfangs noch keinerlei Beherbergungsmöglichkeiten vorweist, entwickelt sich sukzessive zu einem der führenden Häuser in der aufstrebenden Wintersportmetropole Sölden. So verfügt das historische Bergland etwa als erstes Hotel im Ort über ein Hallenbad. 

Die Sitzungen der drei Gesellschafter dauern oft sehr lange. Der offizielle Teil ist meistens kurz und einstimmig, die Nachsitzungen im Gasthaus finden jedoch des Öfteren kein Ende. 

Die Pläne gehen dem umtriebigen Hans nie aus. So will er z.B. 1972 eine Straße zum Gletscher bauen und damit das Gletscherskigebiet erschließen. Einmal mehr kommt ihm dabei seine Freundschaft mit Landeshauptmann Wallnöfer zugute, mit dem er seine Liebe zum Wein teilt. Dieser klopft ihm nur auf die Schulter und sagt: „Hans, fang an. Wir werden’s schon so schlampig durchbringen.“ Ein Mann, ein Wort!

Die zwei Turteltäubchen

Auch in Sachen Frauen zeigt sich Hans hartnäckig. Liebe auf den ersten Blick ist es bei Margret nicht, aber Hans gibt nicht auf und lässt sich immer häufiger im Gasthaus in Zwieselstein blicken. Der eigentliche Grund seiner Besuche ist nicht sofort erkennbar, also trinken Hans und der Wirt Valentin erst ein paar Gläschen am Gasthaustisch, bevor sich Hans nach der hübschen Tochter umschaut. Schließlich wird sein Werben belohnt und Margret sagt Ja.

So verschieden die beiden auch sind, ergänzen sie sich doch prächtig. Gemeinsam ist ihnen z. B. die Leidenschaft zum Kartenspielen in geselliger Runde. Margret geht gerne wandern und bekommt dafür von ihrem Gatten auch immer die „Erlaubnis“.

Die Hochzeit findet am 19. Juni 1956 in der Pfarrkirche in Sölden statt. Anschließend wird das Hochzeitsmahl im Hotel Bergland gefeiert. 

Margret schenkt vier Kindern das Leben: Michael (*1955), Jakob (*1956), Angelika (*1959) und Elisabeth (*1966 ). Während die Mutter zum ruhenden Pol in der Familie wird, ist Hans ein strenger, aber auch stolzer und großzügiger Vater. 

Der guten Hausmannskost von Margret kann der korpulente Hans einfach nicht widerstehen. Zwar reist er alljährlich zur Kur an die Ostsee, um bei 14 Tagen Nulldiät überschüssige Kilos zu verlieren, nach der Rückkehr werden die Diätpläne aber schnell wieder ad acta gelegt. 

Kleine Ausflüge auf dem Fahrrad erhalten die Figur – wenn da nicht Margrets köstliche Menüs daheim warten würden...

Vier Kinder – vier Charakterköpfe

Michael Falkner (*1955)

„Innenminister“ der Familie, Dolce-Vita-Fan, „Lieblingssohn“. Während der Internatszeit in Feldkirch (Handelsschule) ermahnt ihn Vater Hans regelmäßig: „Michl, merk dir oans, man kon lei soviel Galt ausgebn, wia ma verdiet.“ Aber das Mutterherz lässt sich von Michaels Bitten immer wieder erweichen: „Willst du den Sohn noch retten, schick ihm Geld und Zigaretten“. Mike ist seit 1969 im vom Vater gegründeten Fleischhof Oberland tätig, übernimmt ihn 1973 und baut den Betrieb konsequent weiter aus. Der Obmann des Oldtimer Club Ötztal ist in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Töchter. 

Jakob Falkner (*1956)

Seit Schultagen nur „Jack“ genannt, „Außenminister“ der Familie, freiheitsliebender Junggeselle, der eine Wohnung im Hotel Central (bei Schwester Angelika) bezogen hat. Vom Vater hat er nicht nur die Lust am Zeitunglesen und Reisen geerbt, sondern auch die Visionen und Tatkraft. Nach dem Gymnasium Paulinum in Schwaz macht Jack bei den Bergbahnen Sölden Karriere und ist mittlerweile ihr Miteigentümer und Geschäftsführer. Einer seiner Lieblingssätze heißt: „Der Tourismus steht nie still.“

Angelika Falkner (*1959)

„Geli“ ist eine richtige Langschläferin und hat während ihrer Hauptschulzeit den Bus nach Längenfeld nicht nur einmal versäumt. Trotzdem mangelt es ihr nicht an Disziplin, wie sie schon als Mädchen bei diversen Volontariaten und nach Abschluss der Hotelfachschule Villa Blanka bei zahlreichen (internationalen) Praktika bewiesen hat. Heute ist Geli die Geschäftsführerin im einzigen Fünf-Stern-Hotel von Sölden „Das Central“, das 1969 von der Skiliftgesellschaft Sölden-Hochsölden (also von den Familien Falkner, Riml und Gurschler) eröffnet worden ist.

Elisabeth Falkner (*1966)

„Lilli“ ist das Nesthäkchen der Familie und die unbestrittene Shopping Queen, geht allerdings so vernünftig mit dem Geld um, dass Vater Hans ihr sogar die Kreditkarte anvertraut. Nach Abschluss der Handelsakademie in Innsbruck absolvierte sie einige Praktika z. B. in New York und Italien, bevor sie ab 1989 im Hotel Central mitarbeitet. Zunächst an der Rezeption, dann im Marketing mit Schwerpunkt Events. Eine gute Vorbereitung für die große Aufgabe, die sich ihr einige Jahre später stellen wird...

Unverhofft kommt oft... Die Juniorchefs 

1998 lernt Elisabeth bei der Hochzeit von Herbert Gurschler den Naturburschen Sigi Grüner kennen. Aufgewachsen auf einer kleinen Schäferei im Ortsteil Plör, hat er seine ersten zwanzig Lebensjahre fernab des Ortszentrums von Sölden mit Skifahren und Mountainbiken verbracht. Mit 16 beginnt er die Zimmereilehre, mit 20 nützt er die Chance, als Skilehrer in Australien, Neuseeland, USA, Kanada und Japan zu arbeiten. Daneben wird er u. a. fünfmal Weltmeister im kanadischen Powder 8 und zweimal Synchro Ski World Cup Sieger mit seinem Freund Christoph Brugger.

Als Sigi nach zehn Jahren Abenteuer für einen Fernsehspot-Dreh nach Sölden zurückkehrt, trifft er im Hotel Central Elisabeth, die dort arbeitet. Amors Pfeile treffen und Sigi beschließt zu bleiben: „Irgendwie sind wir uns dreißig Jahre nicht über den Weg gelaufen. Es ist lustig – wenn man um die ganze Welt reist, erwartet man nicht, seine Nachbarin zu heiraten.“

Bevor sie allerdings die offizielle Hochzeit feiern (standesamtlich 2001 und kirchlich 2003), haben sie schon alle Hände voll zu tun: Die beiden übernehmen 1999 das Bergland Hotel von Elisabeths Eltern und bekommen zwei Töchter namens Sara (*1999) und Anna (*2001). 

1999: Das Bergland bekommt neue Chefs

Elisabeths Onkel Valentin wollte immer, dass das Haus nach seinem Tod in Familienhand bleibt. Für Elisabeth ist die Übernahme des 170-Betten-Hotels eine Bauchentscheidung, die sie noch nie bereut hat. Und obwohl Sigi über keine fachspezifische Ausbildung in der Hotelerie verfügt, kann er seine Erfahrungen als Reisender einbringen und wächst rasch in das Hotelbusiness hinein. Das antiquierte Design jedoch veranlasst die beiden zu einer weiteren mutigen Entscheidung...

2010: Der Neubau

Nach zweijähriger Planungsphase inklusive Architekturwettbewerb (gewonnen von Wimreiter Partner GmbH) wird schließlich in siebenmonatiger Rekordbauzeit das alte Hotel abgerissen und das Bergland komplett neu erfunden. Damit verleihen die beiden Vollblut-Touristiker Elisabeth und Sigi dem Haus ihre persönliche Note, die unter dem Titel „aktiv, entspannt, genießen“ firmiert. Neben dem Prädikat Vier-Sterne-Superior trägt das Bergland auch die Auszeichnung als Designhotel – das erste im Ötztal.

Ihre Gastgeber sind stets versucht, die Service- und Wohlfühlqualität für die Gäste weiter zu verbessern. Deshalb wird im Sommer 2017 das Hotelrestaurant erweitert. "Das schwarze Schaf" eröffnet im Oktober 2017 und bietet zusätzlich 40 Personen Platz zum Schlemmen und Genießen.

Und die Seniors? Hans Falkner hat das neue Bergland leider nicht mehr erlebt, er stirbt am 25.6.2009 im 93. Lebensjahr in seiner Heimatgemeinde Sölden. Aber Margret feierte am 16. April 2016 ihren 90. Geburtstag genau hier, wo Sie jetzt Urlaub machen. Ihr zu Ehren haben wir diese kleine Chronik zusammengestellt und die Geschichten hinter den Bergland-Gastgebern erzählt. 

Denn im Zentrum unseres Handelns steht immer der Mensch. Die Gastlichkeit unserer Gründer leben wir mit Herz und Seele weiter und führen sie in moderner Art und Weise fort. Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen!

Herzlichst, 

Elisabeth & Sigi